Trinkwasser Krisenvorsorge

Trinkwasser ist der wichtigste Bestandteil jeder Krisenvorsorge, da der menschliche Körper ohne Wasser nur wenige Tage überleben kann. Bei einem Stromausfall oder Schäden an der Infrastruktur (z.B. durch Erdbeben oder Hochwasser) können öffentliche Pumpwerke ausfallen, was die Versorgung sofort stoppt. Oder es droht die Verunreinigung des Wassers. Ein Vorrat an sauberem Trinkwasser von zwei Litern pro Person und Tag stellt sicher, dass lebenswichtige Körperfunktionen sowie die grundlegende Hygiene aufrechterhalten bleiben. Die Bevorratung mit Wasser ist daher die elementarste Maßnahme, um Gesundheit und Überleben in einer Notsituation zu sichern.

  • Trinkwasservorrat anlegen
  • Trinkwasseraufbereitung
  • Trinkwasserfilter
  • Trinkwasserqualität
Trinkwasser

Worauf kommt es bei Krisenvorsorge Trinkwasser an?

Um auch in Krisensituationen den Durst stillen und den Körper ausreichend mit Flüssigkeit versorgen zu können, ist die Vorsorge mit Trinkwasser elementar. Diese Vorsorge besteht aus drei Säulen: Bevorratung, Gewinnung, Konservierung. Generell sollte eine ausreichende Menge an Trinkwasser und Brauchwasser vorgehalten werden. Wichtig ist zudem, sich mit Wassergewinnung, Trinkwasseraufbereitung und Konservierung auszukennen, falls die Wasserversorgung über einen längeren Zeitraum zusammenbricht – dies gilt auch, wenn Sie einen Fluchtrucksack packen wollen!

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Wasservorrat anlegen

Halten Sie jederzeit eine ausreichende Wassermenge vor. Stilles Wasser und sprudelndes Mineralwasser in Glasflaschen ist länger haltbar. Lassen Sie Ihren Trinkwasservorrat rotieren, indem der Vorrat aufgebraucht und frisch gekauftes Trinkwasser eingelagert wird.

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Trinkwassergewinnung

Da es kaum möglich ist, einen ausreichenden Trinkwasservorrat für mehrere Wochen anzulegen, sollten zusätzlich Vorkehrungen für die Trinkwassergewinnung aus diversen Wasserquellen getroffen werden. Dies ist mit einem Outdoor-Wasserfilter möglich.

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Aufbereiten & konservieren

Um konstant eine zuverlässige Wasserqualität zu erhalten, muss Wasser aufbereitet und konserviert werden. Hierfür haben sich Outdoor-Wasserfilter bewährt. Auf Ratgeber Krisenvorsorge erfahren Sie, was dafür benötigt wird und wie es funktioniert.

Wie viel Trinkwasser als Wasservorrat?

Das Minimum an sauberem Trinkwasser liegt bei 2 Liter pro Person und Tag. Sie sollten für Ihre Familie für mindestens 2 Wochen genügend Wasser bevorraten. Nachfolgend Tabelle hilft dabei, die richtige Wassermenge zu kalkulieren.

Trinkwasservorrat Tabelle für 2 Wochen

Anzahl Personen 1,5 l Flaschen 6-Pack 0,7 l Flaschen Kasten mit 12 Flaschen
1 19 3 40 3
2 38 6 80 6
3 57 9 120 9
4 76 12 160 12
5 95 15 200 15
6 114 18 240 18

Vorrat mit Brauchwasser

Bei dieser Menge ist bereits ein Teil Brauchwasser für Kochen, Zähneputzen und Katzenwäsche enthalten. Umso länger der Zeitraum andauert, den Sie mit Ihrem Vorrat überbrücken möchten, desto mehr Brauchwasser wird benötigt z.B. für Haarwäsche, Kleiderreinigung, Spülen, Putzen.

Welche Wassersorten einlagern?

Sie können für Ihren Trinkwasservorrat zur Krisenvorsorge verschiedene Wassersorten einlagern: Sprudel, stilles Wasser, Leitungswasser. Im besten Fall kombinieren Sie alle Varianten.

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Sprudel

Das Mineralwasser mit Kohlensäure (Sprudel) hält in der Regel länger als stilles Wasser, wenn es original verschlossen und unter guten Bedingungen gelagert wird. Die enthaltene Kohlensäure (Kohlendioxid, CO2) hat eine keimhemmende Wirkung. Enthaltene Kohlensäure sorgt für einen leicht sauren pH-Wert im Wasser. Diese saure Umgebung hemmt das Wachstum von Mikroorganismen (Keimen), welche von Natur aus im Mineralwasser vorkommen. Dadurch wird die Haltbarkeit des Wassers verlängert. Mineralwasser mit Kohlensäure ist etwa 2-3 Jahre haltbar.

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Stilles Wasser

Bei stillem Wasser ist die Haltbarkeit mit 1-2 Jahren kürzer. Die Haltbarkeit in PET Flaschen beträgt indes nur 1 Jahr. Dennoch sollte Ihr Trinkwasservorrat einige Flaschen stilles Wasser enthalten, um Ihren Notvorrat zubereiten zu können. Anders als Sprudel eignet sich stilles Wasser zum Zubereiten von Nahrung, Babymilch, Babybrei, Tee und Kaffee. Zudem ist es bekömmlicher für Menschen, die kohlensäurehaltige Getränke nicht gut vertragen. Außerdem kann stilles Wasser ohne Kohlensäure Haustieren zum Trinken angeboten werden.

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Leitungswasser

Frisch gezapftes Leitungswasser ist die günstigste Lösung, hat jedoch die geringste Haltbarkeit. Ohne spezielle Wasserkonservierung ist es im offenen Gefäß nur 1-2 Tage bedenkenlos genießbar, wenn saubere Zapfstelle, hygienische Entnahme, sauberes Gefäß sowie optimale Lagerungsbedingungen gewährleistet sind. Grundsätzlich kann Leitungswasser im geschlossenen Gefäß, bei dunkler wie auch kühler Lagerung bis zu 6 Monate aufbewahrt und bei Bedarf mit Wasseraufbereitungstabletten haltbar gemacht werden.

Was sind die besten Behälter für Trinkwasser?

Wie bei der Wassersorte selbst, gibt es auch deutliche Unterschiede bei den Wasserbehältern. Sinnvoll ist es, mehrere Varianten miteinander zu kombinieren, um einerseits große Wassermengen lagern zu können, sich aber gleichzeitig auf verschiedene Szenarien vorzubereiten.

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Wasserflasche Glas & PET

Glasflaschen erhöhen die Haltbarkeit von Wasser, haben jedoch einige Nachteile. Getränkeflaschen aus Glas sind schwer, können zerbrechen und sind aufgrund des Gewichts zum Transportieren ungeeignet. Für den Trinkwasservorrat zu Hause sind Glasflaschen die beste Lösung. Insofern Sie sich auf Szenarien vorbereiten, bei denen das schützende Zuhause verlassen werden muss, sollten deshalb unbedingt einige PET-Flaschen in den Wasservorrat integriert werden. Zwar ist der Inhalt kürzer haltbar und zunehmend gibt das PET-Material Mikroplastik ins Wasser ab. In Notfällen ist dies jedoch das geringere Übel.

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Wasserkanister

Wasserkanister sind ideal, wenn Sie zu Hause frisches Leistungswasser zapfen oder unterwegs aus einer natürlichen Wasserquelle Wasser entnehmen wollen. Anders als Water Bags sind Kanister tragbar, da sie einen Griff besitzen. Außerdem ist das Material dicker, wodurch das Risiko von Beschädigung und Verunreinigung deutlich geringer ist. Besonders platzsparend sind faltbare Faltkanister. Bei häufigem Gebrauch kann es an den Falten zur Rissbildung kommen. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Wasserkanister lebensmittelecht ist.

Wasserkanister für sauberes Trinkwasser

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Water Bags / Wasserbeutel

Waterbags sind optimal, wenn Sie kurzfristig Ihren Wasservorrat anlegen wollen. Bis dahin nehmen die flach gefalteten Wasserbeutel keinen Platz weg. Dies ist der größte Vorteil. Sie sind für zu Hause und für unterwegs erhältlich in 5 l, 10 l, 50 l, 100 l. Für die Wasseraufbewahrung unterwegs sind sie nur bedingt geeignet. Hergestellt aus dünner Folie sind Beschädigungen leicht möglich und somit nicht sicher. Um jedoch im Haushalt mit sauberem Wasser vorzusorgen sind Water Bags okay. In ihnen kann Wasser z.B. im Waschbecken oder in der Badewanne gelagert werden, ohne dass es durch den Kontakt mit Luft und Staub verunreinigt wird. Blickdichtes Material kann die Haltbarkeit des Leitungswassers zusätzlich erhöhen.

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Wassertank

Eine gute Lösung für einen großen Wasservorrat zu Hause ist ein Tank, der im Keller oder Garten aufgestellt wird. Erhältlich in zahlreichen Größen bieten solche Wasserbehälter beispielsweise ein Volumen von 100 l, 500 l, 1000 l bis hinzu 1250 l. Aufgefüllt werden solche Wassertanks mit Leitungswasser. Eine Wasserdesinfektion ist notwendig. Möchten Sie einen Wassertank kaufen, achten Sie darauf, dass dieser BPA frei und für Trinkwasser zugelassen ist.

Wasserversorgung mit Outdoor Wasserfilter im Notfall

Spezielle Trinkwasserfilter für Outdoor und Survival werden auch im internationalen Katastrophenschutz eingesetzt, um aus einer natürlichen Wasserquelle Trinkwasser zu gewinnen. Hier ist insbesondere der Marktführer Katadyn Expedition Wasserfilter im Einsatz. Er wird weltweit von Militär und Hilfsorganisationen genutzt. Mit seinem mikrofeinen Keramikfilter filtert der Katadyn Expedition Wasserfilter ca. 4 Liter pro Minute. Der Hochleistungswasserfilter reinigt bei guter Ausgangsqualität bis zu 100.000 l, bevor er ausgetauscht werden muss. Für private Aufbereitung von Trinkwasser gibt es günstigere Wasserfilter. Hier gehen wir ausführlicher auf geeignete Trinkwasserfilter sowie deren sichere Anwendung ein.

Water Water

Katadyn Expedition

Der Katadyn Expedition, einer der leistungsstärksten Trinkwasserfilter, kann unter guten Voraussetzungen bis zu 100.000 Liter Wasser filtern. Eine solche Wassermenge reicht aus, um eine Gruppe mit mehreren Personen zu versorgen.

Water Water

Katadyn Pocket

Mit dem Katadyn Pocket können bis zu 50.000 Liter Wasser gefiltert werden, bevor das Filterelement auszutauschen ist. Diese Wassermenge reicht für eine Familie aus.

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Lifestraw Wasserfilter

LifeStraw Go Wasserfilter reicht für bis zu 1.000 Liter Wasser aus. Damit ist dieser Filter lediglich für eine Person geeignet.

Was filtern Trinkwasserfilter zur Krisenvorsorge aus dem Wasser?

Wasserfilter für Krisenvorsorge entfernen die wichtigsten gesundheitsschädlichen Verunreinigungen aus dem Wasser. Der Einsatz eines guten Wasserfilters empfiehlt sich grundsätzlich, wenn Wasser aus der Natur entnommen werden muss. Abkochen alleine entfernt keine Trübstoffe, Schwebstoffe, Schwermetalle. Zudem sind einige Verunreinigungen nicht durch Abkochen abtötbar! Auch ein Hochleistungswasser kann nicht grundsätzlich alle Verunreinigungen entfernen, daher sind mehrere Methoden zur Wasseraufbereitung zu kombinieren.

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Mikroorganismen

  • Viren & Bakterien (z.B. Salmonellen, E. coli, Cholera-Erreger)
  • Protozoen (z.B. Giardia, Cryptosporidium, Amöben)
  • Zysten und Sporen
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Trübstoffe & Partikel

  • Schmutz
  • Sediment
  • Trübstoffe
  • Mikroplastik
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Chemikalien

  • Chlor / Chlorverbindungen
  • Pestizide, Fungizide, Herbizide
  • Schwermetalle (z.B. Quecksilber, Blei)
  • Organische Verunreinigungen

Haltbarkeit des Wasserfilters erhöhen

Jeder Wasserfilter ist irgendwann erschöpft, sodass der Keramikfilter gewechselt werden muss. Generell lässt sich seine Haltbarkeit auf seine maximale Höchstleistung bringen, wenn vor dem Filtern auf eine möglichst gute Wasserqualität geachtet wird.

Dies gelingt durch zwei Maßnahmen:

  1. Auf eine möglichst saubere Wasserquelle achten. Es sollten keine Blätter, Zweige, Sedimente und Trübstoffe enthalten sein.
  2. Vorfilterung des Wassers mit einem Stück Stoff (z.B. T-Shirt, Socke, Mullbinde, Kaffeefilter, engmaschiges Teesieb).

Trinkwasser Filter Krisenvorsorge

Im Foto zu sehen: Lifestraw Trinkwasserfilter mit Wassersack. Im Hintergrund befindet sich der Tümpel, aus dem Wasser entnommen und gefiltert wurde.

Natürliche Wasserquellen in Krisensituationen

Wurde der Notvorrat aufgebraucht oder wird mehr sauberes Wasser benötigt, kann dies aus zahlreichen Wasserquellen entnommen werden. Prinzipiell eignet sich fließendes Gewässer besser als stehendes Gewässer. Nutzen Sie möglichst Fluss, Bach oder Quelllauf, um aus verunreinigtem Wasser durch Trinkwasseraufbereitung trinkbares Wasser herzustellen.

Im Notfall sind Sie unter Umständen auf Entnahme aus einem stehenden Gewässer wie kleinem See oder Pfütze angewiesen. Dann ist eine kombinierte Aufbereitung mit Vorfilter, Keramik-Wasserfilter, Abkochen und Desinfektion ratsam, um verkeimtes Wasser in sicheres Trinkwasser zu verwandeln.

Trinkwassergewinnung Natur

Zudem kann in Notsituationen Regenwasser aufgefangen werden. Dies ist ebenfalls aufzubereiten. Allerdings gilt zu beachten, dass Regenwasser mineralarm ist, was langfristig zu gesundheitlicher Beeinträchtigung führen kann. Insbesondere, wenn Ihre Notnahrung nicht ausreichend mit Mineralstoffen versorgt.

Salzwasser / Meerwasser eignet sich nicht als trinkbares Wasser. Eine Behandlung mit Wasserfiltern reicht nicht. Durch Abkochen und Auffangen des Wasserdampfes kann jedoch aus Salzwasser Trinkwasser gewonnen werden. Denkbar ist auch Umkehrosmose, um Salzwasser in Trinkwasser umzuwandeln. Doch dieses Verfahren erweist sich im Rahmen der Notfallvorsorge kaum praktikabel.